Die Kunst des richtigen Erklärens

Sie haben bestimmt auch schon eimal die Erfahrung gemacht: Sie unterhakten sich mit jemandem und derjenige erzählt Ihnen etwas über ein Thema, an dem er sehr interessiert ist oder viel darüber weiß – Sie folgen ihm gebannt. Dann merken Sie irgendwann, dass Sie den Faden verloren haben.

von Marie-Luise Vielhaber

Wenn das passiert fühlen Sie sich wahrscheinlich schlecht – als wären Sie nicht klug genug, um zu verstehen, was die Person sagt. Vielleicht waren Sie schon mal auf der anderen Seite: Sie haben ein komplexes Thema erklärt und konnten genau den Moment erkennen, in dem Ihr Zuhörer ausgestiegen ist. Diese Situation ist nicht nur unangenehm, sondern vor allem entmutigend, wenn das von Ihnen Gesagte für Ihren Zuhörer eigentlich interessant sein könnte. Wenn Sie der Sprecher sind, gibt es einige Dinge, die Sie tun können, damit so etwas nicht mehr vorkommt. 

Folgendes Video dient als Einstieg in das Thema dieses Blog Artikels – ein kurzes Parade Beispiele eines Ted Talks wie ein komplexes Thema schnell und verständlich erklärt werden kann:

Einige Tipps wie Sie das nächste Mal wenn Sie etwas erklären, genau so kompakt und verständlich rüberkommen können:

1. Beginnen Sie an der richtigen Stelle

Jeder denkt mit einem unterschiedlichen Bildungs Hintergrund oder Wissensstand und es ist unsere Aufgabe, Informationen in einer Sprache zu erklären, die unser Zuhörer versteht. Sind Sie sich deshalb immer darüber bewusst vor welcher Zielgruppe Sie sprechen. Lieber gehen Sie davon aus, dass Ihr Gegenüber weniger weiß und fangen mit einfachen Themen als Einstieg ein.

2. Verlieren Sie sich nicht im Detail

Die meisten von uns lieben es zu lernen – allerdings können wir nur eine bestimmte Menge an Informationen aus einmal aufnehmen. Vermeiden Sie es, Menschen mit zu viel Wissen auf einmal zu überladen. Es ist besser, drei Dinge zu erklären, die jemand verstehen wird, als Ihr Gegenüber mit einer Ladung von Informationen zu überhäufen. Angenommen Sie sind mit einer/m Bekannter/m in einem Kunstmuseum: Sie sehen ein Gemälde, das Sie lieben und eines, das Sie von der Universität, aber Sie sehen, dass Ihr/e Bekannte/r nicht so recht weiß, was er davon halten soll. Sie fühlen sich vielleicht versucht, zu erklären, was Sie über dieses Werk wissen, von dem Leben und der Karriere des Künstlers zu erzählen, den Materialien und Techniken. Sie werden schnell merken, dass Ihr/e Bekannte/r Ihnen nicht lange folgen wird. Versuchen Sie stattdessen, das Gesamtbild zu erklären und nicht bei den Details zu beginnen – das unterstützt den eigenen Denkprozess Ihres Gegenübers.

3. Setzen Sie auf Klarheit, anstatt Genauigkeit

Wenn wir über ein Thema sprechen, in dem wir uns sehr gut auskennen, neigen wir dazu von Vornherein alles ‚richtig‘ machen zu wollen. Manchmal kann die Betonung der Fakten jedoch auf Kosten des Verständnisses gehen. Es ist besser, sich eine einfachere Erklärung einfallen zu lassen, die vielleicht technisch nicht ganz korrekt ist, aber das Thema kompakt erklärt. Versuchen Sie zuerst das Grundverständnis zu schaffen. Wenn Ihr Gegenüber mehr wissen möchte, können Sie auf diesem Wissen aufbauen und es vervollständigen. 

4. Erklären Sie, weshalb Sie Ihr Thema so spannend finden

‚Wenn Sie sich die Zeit nehmen, jemandem etwas zu erklären, gibt es wahrscheinlich einen Grund, warum Sie das tun – entweder halten Sie es für sehr wichtig oder sehr interessant‘, sagt Wallimann in dem oben gezeigten YouTube Video. Er fügt hinzu, wenn Letzteres der Fall sei, ‚je mehr Sie das jemandem vermitteln können, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese/r sich daran erinnern wird und einen Nutzen daraus ziehen kann.‘ Also fragen Sie sich selbst: ‚Warum denke ich, dass dieses Thema so spannend ist?‘ Je mehr Sie anderen Ihre Begeisterung vermitteln können, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihr Gegenüber das auch so empfindet. Eine Möglichkeit, dies zu tun ist Beispiele zu geben, die zeigen, wie das Thema für Ihr Leben relevant ist und es so zum Leben zu erwecken. Um herauszufinden, wie Sie ihr Thema am Besten erklären können, probieren Sie ruhig aus! Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie Ihr Wissen weitergeben. Denken Sie daran: Lernen beschränkt sich nicht nur auf das Verstehen eines Themas, sondern auch zu verstehen, was Ihre Mitmenschen bereits wissen und wie Sie Ihr Wissen verständlich mit diesen teilen können.

Da Sie jetzt die richtige Strategie zum Erklären erfahren haben, probieren Sie diese sofort auf der Zesavi Web-Anwendung aus und begeistern Kollegen mit Ihrem Wissen!